Dass sich der genauere Blick lohnt, zeigt eine viel zitierte Erhebung der deutschen Schuhbranche mit über 10.000 vermessenen Füßen: Ein Großteil der Menschen in Deutschland trägt Schuhe, die nicht richtig passen. Frauen greifen dabei eher zu kleinen Modellen, Männer häufig zu großen.

Die richtige Uhrzeit für den Schuhkauf
Füße verändern sich im Lauf eines Tages. Sie schwellen an, besonders bei Wärme und nach längerem Stehen. Ein Schuh, den Sie am frühen Vormittag anprobieren, kann abends unangenehm eng sitzen. Am besten kaufen Sie deshalb nachmittags oder abends, wenn Ihre Füße ihre alltägliche Form angenommen haben.
Probieren Sie immer beide Schuhe an. Kaum jemand hat zwei exakt gleich große Füße, und welcher der größere ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Ausschlaggebend ist immer der größere Fuß, denn Platz lässt sich später nicht mehr schaffen. Nehmen Sie sich außerdem die Zeit, im Geschäft ein paar Schritte zu gehen.
Die richtige Schuhgröße finden
Die gemessene Fußlänge ist nicht die Schuhgröße. Beim Abrollen schiebt sich der Fuß im Schuh nach vorne, zusätzlich wird er unter Belastung etwas breiter und geringfügig länger. Vor der längsten Zehe braucht es deshalb eine Zugabe. Für Erwachsene sind etwa zehn bis fünfzehn Millimeter üblich.
Nach hinten sollte der Fuß dagegen Halt finden. Rutscht die Ferse bei jedem Schritt heraus, fehlt die Führung, und der Fuß schiebt umso stärker nach vorne. Verlassen Sie sich bei alldem nicht auf die Nummer im Schuh. Größen sind zwischen Herstellern nicht einheitlich, und dieselbe Zahl kann sich von Modell zu Modell deutlich anders anfühlen.

Schuhkauf: Schnell-Tests vor Ort
Bevor Sie überhaupt hineinschlüpfen, verrät ein Schuh schon viel über sich, wenn Sie ihn kurz in die Hand nehmen. Die folgenden Prüfungen sagen etwas über die Machart aus, nicht über die Passform – die entscheidet sich erst beim Anprobieren und Gehen.

Aufbau und Form des Schuhs: Der Zehenraum
Der Zehenraum, oft Toebox genannt, entscheidet darüber, wie viel Platz die Zehen haben. Enges, spitz zulaufendes Schuhwerk kann über Jahre hinweg die Entwicklung eines Hallux valgus begünstigen oder sein Fortschreiten beschleunigen. Die Veranlagung spielt dabei allerdings eine wesentliche Rolle.
Fersensprengung und Dämpfung
Die Fersensprengung beschreibt, wie viel höher die Ferse gegenüber dem Vorfuß steht. Je ausgeprägter sie ist, desto mehr Last verlagert sich in den Vorfuß und desto stärker verändert sich die Haltung. Eine moderate Erhöhung ist nicht grundsätzlich schlecht, bei bestimmten Beschwerden wird sie sogar gezielt eingesetzt. Kritisch wird es vor allem bei dauerhaft hohen Absätzen, die den Vorfuß über Jahre überlasten.
Häufig geht eine hohe Sprengung mit einer starken Dämpfung einher. Viele Menschen treten in solchen Schuhen unbewusst kräftiger mit der Ferse auf, weil die Rückmeldung vom Boden fehlt.
Schuhe für Einlagen
Tragen Sie Einlagen für Ihre Schuhe, kommt ein weiterer Punkt hinzu: Der Schuh muss genügend Volumen mitbringen. Modelle mit herausnehmbarem Fußbett eignen sich dafür besonders gut, weil die Einlage genau den Platz einnehmen kann, der sonst vom Fußbett belegt wäre.
Bringen Sie Ihre Einlagen zur Anprobe mit und probieren Sie den Schuh damit, nicht ohne. Unterschiedlich lange Füße lassen sich über eine Einlage häufig gut ausgleichen, sodass Sie den Schuh am größeren Fuß ausrichten können, ohne dass der kleinere darin rutscht.

Hinweis: Die Hinweise auf dieser Seite beschreiben, was für die meisten Füße gilt. Ihr Fuß kann davon abweichen, und je nach Beschwerdebild kehren sich einzelne Empfehlungen sogar um. Dieser Text ersetzt deshalb weder eine ärztliche Abklärung noch eine individuelle Beratung.
Bequemer durch den Alltag:
mit orthopädischen Einlagen
Wenn Sie wissen möchten, worauf es bei Ihnen persönlich ankommt, bringen Sie zu Ihrem Beratungstermin am besten zwei bis drei Paar Ihrer Alltagsschuhe mit, dazu vorhandene Einlagen. Im Einlagenstudio Ernst in Freiburg fertigen wir orthopädische Einlagen individuell nach Maß.


